Lehrgang in Ekaterinburg, Russland im Mai 2018

Lehrgang in Ekaterinburg:  Immer wieder eine Reise wert.

Die Anreise und Ankunft

Nach fast 4jähriger Pause war ich wieder einmal in Ekaterinburg, Russland, da mich Alexander Pisarkin und Viktor „Vitaliy“ Emelyanov zu einem Lehrgang mit Prüfungen eingeladen haben.

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Alecander Pisarkin und Vitaliy Emelyanov

Es war etwa mein 12. LG in Ekaterinburg, genau konnten wir das nicht mehr feststellen. Die lange Pause lag an der schweren wirtschaftlichen Krise in Russland und den Sanktionen, die den Kurs zum Euro von etwa 38 Rubel auf fast 80 Rubel haben hoch gehen lassen. Das Ticket etc. wurden für sie so sehr teuer. Trotzdem kam die Einladung nun.

Der Flug über Moskau und die Einreise am Donnerstag waren problemlos

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Flug nach Moskau

(nachdem ich mir wie üblich ein paar Monate vorher mein Visum für Russland besorgt hatte). Alexander und Vitaliy haben mich vom Flughafen abgeholt und wir sind erstmal in mein Appartment in einem großen Hochhauskomplex gefahren um das Gepäck abzulegen.


 

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Blick aus dem Apartement

Dann sind wir in ein usbekisches Restaurant gefahren, was ich schon gut kenne. Sehr leckeres Essen und es gab natürlich Mors, einen aus frischen Früchten gekochten Saft, der dann aber kalt getrunken wird. Sollte man in Russland mal probiert haben. Beim Essen haben wir dann über alte Zeiten und das bevorstehende Wochenende gesprochen.

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Beim Essen mit leeren Mors Gläsern

 

Die Prüfungen

Am Freitag morgens haben sie mich wieder abgeholt und wir sind zu dem Sportkomplex gefahren, wo das Training und die Lehrgänge seit vielen Jahren abgehalten werden.

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vlnr: Dieter Knüttel, Alexander Pisarkin, Viktor “Vitaliy” Emelyanov

Dort ist Vitaliy zu seiner Prüfung zum 4. Dan angetreten. Er war der einzige Prüfling und nach eigenen Angaben schlotterten ihm schon die Knie. Das war aber gar nicht nötig. Er hat die Prüfung sehr souverän absolviert, obwohl er die letzten 4 Jahre ohne Korrekturen und spezieller Dan Vorbereitung von meiner Seite verbracht hat. Wir sind vor 4 Jahren das Programm durchgegangen und er hat sich auf dieser Basis auf die Prüfung vorbereitet.

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4. Dan für Viktor “Vitaliy” Emelyanov

Sehr gut gemacht Vitaliy.

Alexander hatte sich aufgrund andere Projekte (Der Film „Kings Blade“, sein Philippinen Camp „Russian House“ und einiges mehr) nicht auf die Prüfung vorbereiten können. Er wird die Prüfung zum 4. Dan aber bei der nächsten Gelegenheit angehen.

Nach dem anschließenden Essen ging es dann nach Menatnyy. Dies ist ein kleiner Ort etwa 1 Stunde Fahrtzeit außerhalb von Ekaterinburg, wo Vitaliy unterrichtet und Alexander und er vor Jahren in einem kleinen Park die erste Statue von Lapu-Lapu außerhalb der Philippinen aufgestellt hatten.

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Lapu Lapu Statue in Menatnyy
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Mein Name auf der Tafel vor der Lapu-Lapu Statue

Zu deren Einweihung war ich damals auch eingeladen und ich war auch da.

Und Vitaliy hat Modern Arnis in Menatnyy zu einem Ereignis und einer Kampfkunst für die ganze Familie und Ortsgemeinschaft gemacht. Dort trainieren Eltern, Kinder und Jugendliche jedem Alters zusammen. Schaut euch das Video vom Anfängertraining hier an: Modern Arnis in Menatnyy.  Selbst der Chef der Stadtverwaltung hat schon den gelben Gürtel. Außergewöhnlich. Zur Prüfung sind 48 Teilnehmer/innen im Alter von 8 bis 50 Jahren und von Weiß- bis Blaugurt angetreten.

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Modern Arnis Prüfung in Menatnyy

Bei der Prüfung halfen mir Alexander und Vitaliy als Prüfer. Sogar ein kleiner 3jähriger war schon in Arnis Uniform da

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So klein und hat schon die roten Hosen an

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und hat an der Seite ein klein bisschen geübt. Mit seiner Mama.

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So klein und schon ein Arnisador

Erstaunlich zu sehen, dass es nicht nur Eislauf Mamas sondern auch Modern Arnis Mamas gibt, die bei der Prüfung ihere 7-8 jährigen immer wieder reingerufen und auch vorgemacht haben, was ihre Kinder zeigen sollen und wie die Technik ausgeführt werden soll. Das war ziemlich amüsant. Die Grün- und vor allem die Blaugurte haben dabei eine Prüfung hingelegt, die ausgezeichnet war und die den hohen technischen Stand des Arnis in Menatnyy unterstrich.

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Prüfung in Menatnyy

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Zum zweiten mal: gut gemacht Vitaliy.

Der Lehrgang

Da wir sehr spät (oder auch früh) in’s Bett kamen war ich froh drum, am Samstag erst um 12 Uhr abgeholt zu werden. Der Lehrgang ging um 13 Uhr los und es gab ein Wiedersehen mit etlichen Schwarzgurten, die ich schon über 10 Jahre kenne und lange nicht gesehen hatte. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage war es diesmal nur ein kleiner Lehrgang mit 12 Leuten, die aber um so motivierter waren.

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Die Modern Arnis Lehrgangsteilnehmer in Ekaterinburg

Zuerst habe ich mir einige Techniken zeigen lassen, (Du zeigst mir Deins, ich zeig‘ dir Meins) und habe dann in die genaue Ausführung der Techniken demonstriert und unterrichtet, was sehr gut aufgenommen wurde. Bei Hebeln und Entwaffnungen zählen nun mal auch kleine Details, die den Unterschied machen können. Dabei hat wie üblich Yuri Kalinin übersetzt, den viele aus dem DAV von den letzten Sommerlagern kennen, an denen er teilgenommen hat.

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Yuri Kalinin beim übersetzen

In der 2. Einheit habe ich Tapi-Tapi, mit programmieren und Ausnutzen der entsprechenden Reaktionen unterrichtet, was auch gut ankam. Anschließend waren wir in einem georgischen Restaurant in dem es „dumplings“, eine art Teigtasche gab, die nicht nur Hackfleisch sondern auch Suppe enthielt!

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Die georgischen “dumplings”

Beim reinbeissen musste man die Suppe schlürfen, sonst hätten man übel gekleckert. Aber interessant, witzig und lecker.

Am Sonntag fing das Training um 11 Uhr an. Zuerst habe ich auf Wunsch von Alexander die historische Entwicklung von der Entwaffnung auf Schlag 1 der 1. Serie unterrichtet.

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Entwaffnung auf 1, 1. Serie Alexander Pisarkin, ich und Sascha

Anschließend ging es über den Messer-Messer Drill Palusot zum Single Sinawali mit einem Stock und der freien linken Hand, die dann aus der Bewegung gefasst und gehebelt wurde. Auch bei dieser recht schmerzhaften Trainingseinheit wurde intensiv trainiert und immer wieder nachgefragt, wie die Hebel richtig funktionieren.

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Korrekturen in der Technik

Das habe ich ihnen dann gerne gezeigt. Zum Abschluß habe ich auf Wunsch der Teilnehmer die Zusammenhänge und Unterschiede von Modern Drill, Decadena und Modern Freestyle erklärt und demonstriert. Insgesamt wieder ein sehr schöner Lehrgang in einer guten Stimmung bei meinen und unserem russischen Freunden. Es ist schön zu sehen, dass das Prinzip der Modern Arnis Familie auch über die Landesgrenzen nach Russland funktioniert.

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Beim anschließendem Essen haben wir wieder sehr intensiv über die Vergangenheit und die Zukunft gesprochen.

Wir haben verschiedene Projekte diskutiert:                                              Realistische: der nächste LG in Sankt Petersburg, Geplante: das „Russian House“ Camp von Alexander Anfang Februar 2019, das über 2 Wochen geht und auf dem ich vorr. in der ersten Woche unterrichten werde.  Visionäre: ein LG am Baikal See, von dem wir aber noch nicht wissen, ob er überhaupt klappen wird.

Alexander hat uns auch ein großes Kompliment gemacht. Es kennt viele FMA Stile sehr gut und hat überall auf der Welt mit den verschiedensten Meistern und Großmeistern der unterschiedlichten Stile trainiert. Aber er sagt: „Die Struktur des Modern Arnis im DAV ist die beste der Welt.“                          Danke Alexander.

Nach GM Rene Tongsons Kommentar, der schon in 27 Ländern der Welt Arnis unterrichtet hat und dann sagt: „Der DAV is der am besten organisierte FMA Verband der Welt“ wieder ein tolles Kompliment für unsere Arbeit im DAV.  Einen Dank an alle im DAV, die dabei mithelfen.

Die Rückreise

Sonntag Abend wurde es spät und ich kam erst kurz vor 1 Uhr nachts ins Bett. Blöd, wenn der Flug um 6:20 abfliegt. Also um 5:00 am Flughafen sein und um sicher zubgehen dass ich rechtzeitig da bin, sollte ich um 4 Uhr abgeholt werden. Der Wecker ging um 3:45 und das ist nicht lustig.

Ich habe meine Sachen gepackt und war um 4 Uhr bereit zur Abfahrt. Ich bin schon sehr häufig sehr früh in Russland geflogen und wurde immer überpünklich abgeholt.

Um 4:00 Uhr war niemand da. Um 4:15 Uhr nicht, um 4:30 auch nicht.

Ich habe per WhatsApp Nachrichten gesendet. Die wurden auch zugestellt, aber nicht gelesen. Gut dass man das erkennen kann.

Ich wurde langam nervös. Gegen 4:50 Uhr habe ich sie versucht anzurufen. Eine Person war nicht zu erreichen. Ich hatte noch Alexanders Rucksack in meiner Wohnung und musste den Schlüssel abgeben. Auch deshalb ging kein Taxi. Ich hätte es auch weder anrufen, noch es in Rubel bezahlen können.

Ich habe dann Vitaliy angerufen und es war wirklich gut, dass er von meinem Anruf aufgewacht ist. Die Kommunikation war sehr schwierig, da Vitaliy NUR russisch spricht und ich außer 10 Worte kein russisch spreche. Aber da er nun wach war und es Gott sei dank sowohl den Google Übersetzer gibt und ich im Appartment auch Wlan hatte, konnte die weitere Kommunikation über Whatsapp in kyrillisch stattfinden. Es schrieb er kommt.

Um 5:10 war er da. Wie eng es zeitlich war wurde mir nochmal klar, als er mir entgegen gerannt kam, meine Tasche nahm und damit zum Auto zurück rannte. Ich nichts wie hinterher.

5:12.

Der Check in für meinen Flug endete um 5:40. Das Navi zeigte als Fahrzeit zum Flughafen 24 Minuten an. In der Stadt war um 5 Uhr morgens kein Verkehr und das war auch gut so. Vitaly schaffte die 24 Minuten in 18 Minuten. Wir waren beide froh, dass wir auf dem Weg kein Polizeiwagen getroffen haben. Ankunft am Flughafen

5:30.

Dann warten in der Autoschlange um auf den Parkplatz zu kommen.

5:32.

Dann sind wir zum Flughafengebäude gerannt. Warten auf das Durchleuchten des Gepäcks und bei der Sicherheitskontrolle, beides am Eingang des Flughafens vor dem Check-in.

5:36

Hin zum Check-in Schalter an dem schon keine Fluggast mehr stand. Da der Flughafen recht klein ist war der Weg nicht lang. Dann konnte ich mein Gepäck aufgeben und bekam meine Bordkarte.

5:40

Ich bin dann durch die Sicherheitskontrollen zu meinem Gate gegangen und 2 Minuten nachdem ich da war begann das boarden.

Puh, das war knapp.

Zum dritten mal: Danke Vitaliy für diese Autofahrt, die ein kleiner Höllenritt war.

Das Umsteigen in Sankt Petersburg war wieder problemlos und so bin ich dann 15 Minuten vor der Ankunftszeit um 10:00 in Düsseldorf gelandet. Alle Flüge mit Aeroflot sind auf die Minute pünktlich gestartet und kamen vor der geplanten Ankunftszeit an.

Fazit

Es war schön nach 4 Jahren wieder da zu sein, die Kontakte aufzufrischen und neue Pläne zu machen. Lehrgänge in Russland: immer wieder eine Reise wert, aber den Stress vor dem Abflug hätte ich nicht gebraucht.

Dieter Knüttel

Text Dieter Knüttel, Fotos Copyright Dieter Knüttel